Ob ein Ei noch gut ist, lässt sich in 30 Sekunden prüfen. Dieser Ratgeber zeigt den Wasserglas-Test, erklärt, was Mindesthaltbarkeitsdatum und Legedatum bedeuten, wie lange rohe und gekochte Eier halten und wie man Eier richtig lagert und einfriert.
Aktualisiert am 22. Juli 2026 · Lesezeit ca. 10 Minuten
Der Wasserglas-Test in 30 Sekunden
Für den einfachsten Frischetest das rohe Ei in ein Glas mit kaltem Wasser legen und beobachten, wie es sich verhält. Das funktioniert, weil die Eierschale porös ist. Mit der Zeit verdunstet Wasser aus dem Inneren, Luft dringt nach, und die Luftkammer am stumpfen Ende wächst. Je älter das Ei, desto größer die Luftkammer, und desto mehr Auftrieb hat es.
Je größer die Luftkammer (hellblau), desto mehr Auftrieb: frisch sinkt, alt schwimmt.
✓Liegt flach am Boden: frisch, meist unter einer Woche alt.
◑Stellt sich auf („Kopfstand“): etwa zwei bis drei Wochen alt, noch verwendbar, aber gut durchgaren (hart kochen, durchbraten).
✗Schwimmt an der Oberfläche: zu alt, bitte entsorgen und nicht mehr essen.
Gut zu wissen: Der Test sagt etwas über das Alter, nicht direkt über Salmonellen. Ein aufgestelltes Ei ist nicht verdorben, es sollte nur sicherheitshalber hart gekocht statt weich gegessen werden.
Weitere Frischetests
Ist kein Wasserglas zur Hand, helfen diese Methoden. Am aussagekräftigsten sind Blick und Geruch nach dem Aufschlagen.
👂 Schütteltest
Ei ans Ohr halten und schütteln. Ein frisches Ei ist still. Gluckert oder schwappt es hörbar, ist der Inhalt schon dünnflüssig und die Luftkammer groß, das Ei ist alt.
🍳 Aufschlagtest
Auf einen Teller aufschlagen. Frisch: gewölbter, hochstehender Dotter, das Eiklar liegt dick und kompakt darum. Alt: flacher Dotter, das Eiklar läuft wässrig auseinander.
👃 Geruchstest
Der sicherste Hinweis: Riecht ein aufgeschlagenes Ei schwefelig oder faulig, gehört es sofort in den Müll, egal was die anderen Tests sagen. Ein frisches Ei riecht neutral.
🔦 Durchleuchten (Schieren)
Im Handel werden Eier vor einer hellen Lampe „geschiert“, um die Luftkammer zu messen. Ein frisches Ei hat rund 2 mm, ein vier Wochen altes bis zu 7 mm. Über 6 mm gilt es als nicht mehr frisch.
MHD, Legedatum & die 28-Tage-Regel
Auf der Verpackung steht ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), oft aber kein Legedatum. Beide hängen fest zusammen:
MHD = Legetag + 28 Tage. Das Legedatum lässt sich also zurückrechnen: MHD minus 28 Tage.
Verkauf nur bis Tag 21. An Verbraucherinnen und Verbraucher abgegeben werden dürfen Eier nur bis zum 21. Tag nach dem Legen, also spätestens eine Woche vor dem MHD.
Ab Tag 18 kühlen. Die natürliche Schutzschicht der Schale hält Keime etwa bis zum 18. Tag zuverlässig fern. Danach ist Kühlung Pflicht im Handel und dringend empfohlen zu Hause.
MHD ist kein Verfallsdatum. Nach Ablauf sind durchgehend gekühlte Eier meist noch ein bis zwei Wochen genießbar. Im Zweifel den Wasserglas-Test machen und ältere Eier vollständig durchgaren (Kerntemperatur mind. 70 °C). Wo der Erzeugercode auf dem Ei sitzt und was er sonst noch verrät, steht im Ratgeber Der Code auf dem Ei.
Wie lange sind Eier haltbar?
Die Haltbarkeit hängt vor allem davon ab, ob das Ei roh oder gekocht ist, und ob es abgeschreckt wurde. Die folgenden Richtwerte gelten für die Lagerung im Kühlschrank bei 2 bis 6 °C.
Haltbarkeit im Kühlschrank. Angeschlagene oder gepellte Eier immer innerhalb weniger Tage essen.
Haltbarkeit von Eiern je nach Zustand und Lagerung
Zustand
gekühlt
ungekühlt
Roh, in der Schale
4–6 Wochen
bis ~18. Tag nach Legen
Hart gekocht, nicht abgeschreckt
bis 4 Wochen
einige Tage
Hart gekocht, abgeschreckt
ca. 2 Wochen
2–3 Tage
Gepellt oder angeschlagen
wenige Tage
nicht empfohlen
Eimasse eingefroren (−18 °C)
bis ~10 Monate
Warum verkürzt Abschrecken die Haltbarkeit? Der plötzliche Kälteschock lässt feine Risse in der Schale entstehen, durch die Keime eindringen können. Wer Eier auf Vorrat kocht (etwa für die Brotdose), schreckt sie besser nicht ab. Fürs sofortige Pellen bleibt Abschrecken dagegen praktisch.
Eier richtig lagern
Mit ein paar Regeln bleiben Eier deutlich länger frisch.
✓Im Kühlschrank lagern (max. 7 °C), spätestens ab dem 18. Tag nach dem Legen. Zu Hause ist Kühlen von Anfang an empfehlenswert.
✓Spitze nach unten. So zeigt die Luftkammer nach oben, der Dotter bleibt mittig und das Ei hält länger.
✓Ins Innere des Kühlschranks, nicht in die Tür. Dort schwankt die Temperatur beim Öffnen zu stark.
✓Im Karton und getrennt von stark riechenden Lebensmitteln (Zwiebeln, Käse). Die poröse Schale nimmt Gerüche an.
✗Nicht waschen vor der Lagerung. Das zerstört die natürliche Schutzschicht (Kutikula) und macht die Schale erst recht durchlässig für Keime.
✗Kühlkette nicht unterbrechen. Einmal gekühlte Eier sollten kühl bleiben, sonst bildet sich Kondenswasser, auf dem sich Keime vermehren.
Warum eigentlich mit der Spitze nach unten? Die Luftkammer sitzt am stumpfen, runden Ende. Zeigt dieses Ende nach oben, wird der Dotter durch die Hagelschnüre stabil in der Mitte gehalten und berührt nicht die Schale, wo eher Keime sitzen. Genau so werden Eier auch im Karton verkauft.
Gekochte & gefärbte Eier
Hart gekochte Eier halten sich im Kühlschrank erstaunlich lange, solange die Schale unbeschädigt und das Ei nicht abgeschreckt ist (siehe Tabelle oben). Sobald die Schale angeschlagen oder das Ei gepellt ist, sollte es innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden.
Bei gekauften, gefärbten Eiern ist Vorsicht geboten: Fertig gefärbte, gekochte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht für rohe Eier. Haltungsform und Herkunft müssen nicht angegeben werden, sie können also auch aus Käfighaltung oder Importen stammen. Bei loser Ware genügt der Hinweis „mit Farbstoff“, ein MHD ist nicht vorgeschrieben.
Tipp: Gefärbte Eier ohne MHD-Angabe besser nicht kaufen. Wer Herkunft und Haltung kennen will, kauft rohe Eier mit Erzeugercode und färbt selbst. Wie das gelingt, ohne dass die Eier platzen, steht im Ratgeber Ostereier kochen & färben.
Eier einfrieren
Eier lassen sich einfrieren, aber nicht in jeder Form.
✗Nie in der Schale einfrieren. Die Flüssigkeit dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt die Schale.
✗Keine hart gekochten Eier einfrieren. Das Eiweiß wird beim Auftauen gummiartig und wässrig.
✓Roh und ohne Schale: Eier aufschlagen und ganz verquirlt oder in Eiklar und Eigelb getrennt in einen luftdichten Behälter geben.
✓Dem Eigelb eine Prise Salz oder Zucker beigeben (je nach späterer Verwendung), damit es nicht gummiartig gerinnt. Eiklar lässt sich pur einfrieren und später sogar aufschlagen.
✓Portionsweise einfrieren (etwa im Eiswürfelbehälter) und die Anzahl der Eier notieren.
Haltbarkeit tiefgefroren: Bei konstanten −18 °C halten sich Eier bis zu zehn Monate, die beste Qualität in den ersten vier bis sechs Monaten. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen und danach gut durchgaren.
Verdorben? Die Warnzeichen
Diese Zeichen bedeuten: Finger weg, das Ei gehört in den Müll.
✗ Es schwimmt im Wasserglas ganz oben.
✗ Aufgeschlagen riecht es faulig oder schwefelig.
✗ Das Eiklar ist verfärbt (grünlich, rosa) oder der Inhalt ist trüb-schleimig.
✗ Die Schale ist schimmelig, schmierig oder ungewöhnlich rissig.
Bei Eiern gilt besondere Vorsicht wegen Salmonellen. Sie sitzen meist außen auf der Schale und vermehren sich bei Wärme. Kühlung bremst sie, ausreichende Hitze tötet sie ab: ab einer Kerntemperatur von rund 70 °C für etwa zwei Minuten sind sie zuverlässig abgetötet. Mehr dazu und zum sicheren Umgang mit rohem Ei im Ratgeber Nährwerte & Zubereitung.
Im Zweifel wegwerfen. Ein verdorbenes Ei ist das Risiko nicht wert. Wer unsicher ist, schlägt das Ei zuerst einzeln in eine Tasse auf, statt es direkt in Teig oder Pfanne zu geben, so verdirbt ein schlechtes Ei nicht die ganze Speise.
Häufige Fragen
Wie teste ich, ob ein Ei noch frisch ist?
Am einfachsten mit dem Wasserglas-Test: Ei in kaltes Wasser legen. Liegt es flach am Boden, ist es frisch. Stellt es sich auf, ist es älter, aber noch verwendbar (gut durchgaren). Schwimmt es oben, gehört es in den Müll. Ursache ist die Luftkammer, die mit dem Alter wächst.
Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Eiern?
Das MHD liegt 28 Tage nach dem Legetag. Das Legedatum ist also MHD minus 28 Tage. Verkauft werden dürfen Eier nur bis zum 21. Tag. Das MHD ist kein Verfallsdatum: gut gekühlt sind Eier danach meist noch ein bis zwei Wochen genießbar, sollten dann aber vollständig durchgegart werden.
Wie lange sind rohe Eier im Kühlschrank haltbar?
Bei 2 bis 6 °C rund vier bis sechs Wochen. Ungekühlt schützt die natürliche Schicht der Schale etwa bis zum 18. Tag nach dem Legen, danach unbedingt kühlen und nur gut durchgegart essen.
Wie lange sind gekochte Eier haltbar?
Hart gekocht und nicht abgeschreckt bis zu vier Wochen im Kühlschrank, abgeschreckt nur etwa zwei Wochen, weil feine Risse Keime eindringen lassen. Bei Zimmertemperatur halten abgeschreckte Eier zwei bis drei Tage. Gepellte oder angeschlagene Eier innerhalb weniger Tage essen.
Muss man Eier in den Kühlschrank legen?
Zu Hause ist Kühlen empfehlenswert, spätestens ab dem 18. Tag nach dem Legen. Eier gehören ins Innere des Kühlschranks, nicht in die Tür, am besten mit der Spitze nach unten. Einmal gekühlte Eier sollten durchgehend kühl bleiben.
Kann man Eier einfrieren?
Ja, aber nie in der Schale und nicht hart gekocht. Eier aufschlagen und ohne Schale einfrieren, ganz verquirlt oder in Eiklar und Eigelb getrennt. Dem Eigelb eine Prise Salz oder Zucker zugeben. Bei −18 °C bis zu zehn Monate haltbar.
Warum schwimmt ein altes Ei oben?
Die Schale ist porös. Mit der Zeit verdunstet Wasser und Luft dringt nach, die Luftkammer wächst von rund 2 mm (frisch) auf bis zu 7 mm (vier Wochen alt). Mehr Luft bedeutet mehr Auftrieb, deshalb schwimmt ein altes Ei.